Sonate pour Violon seul G-Dur op. 27 Nr. 5
1924 veröffentlichte der belgische Geiger und Komponist
Eugène Ysaÿe seine "Six sonates pour violon seul". Zu
der Zeit genoss Ysaÿe die Früchte seines weltweiten Renommees als
begnadeter Geigenvirtuose, Kammermusiker (Quatuor Ysaÿe), Pädagoge
und Förderer der jungen französischen Musik von César Franck,
Camille Saint-Saëns, Gabriel Fauré und Claude Debussy. Schon als
Zehnjähriger hatte er seinen Vater, einen Geiger und Dirigenten, auf dessen
Konzertreisen begleitet und im Orchester mitgespielt. Nach seinen Studien u.
a. bei Wieniawski und Vieuxtemps war er vier Jahre Konzertmeister in der Bilseschen
Kapelle in Berlin - der Vorläufer der Berliner Philharmoniker! Während
des Ersten Weltkriegs hielt er sich in England und in den USA auf, wo er das
Orchester von Cincinnati leitete.
1922 kehrte er nach Belgien zurück und litt bis zu seinem Tod an den Begleiterscheinungen
seiner Diabeteserkrankung (ihm musste der Fuß amputiert werden).
Ysaÿes sechs Solosonaten sind ein Zeugnis meisterhafter Beherrschung des
Instruments als auch ein Dokument des Stils seiner Zeit.
Christine Mitlehner
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