Iannis Xenakis
(1922-2001)

Komboï für Cembalo und Schlagzeug (1981)


Zwei Arten lassen sich beobachten, wie Komponisten in jüngerer Zeit mit der Aura des Cembalos umgehen: Zum einen finden sich Kompositionen, die die Aura bewußt verwenden, mit ihr spielen, sie dabei jedoch nicht grundsätzlich infrage stellen. Zu diesem Typus gehören so unterschiedliche Werke wie Manuel de Fallas Concerto, Mauricio Kagels Musik für Renaissance-Instrumente und Wolfgang Rihms Kammeroper Jakob Lenz. Dieser Herangehensweise an das Instrument steht eine andere gegenüber, die in ihrer Radikalität die Aura des Cembalos nicht bloß verfremdet, sondern sie geradezu sprengt. Komponiert wird hier - unter Absehung historischer Implikationen - unmittelbar mit den klanglichen und spieltechnischen Eigenschaften, wodurch das Cembalo bisweilen wie in einen anderen musikalischen Kosmos katapultiert erscheint. Die vielleicht bekanntesten Beispiele hierfür sind György Ligetis Continuum und die vier Kompositionen, die Iannis Xenakis zwischen 1976 und 1986 für Cembalo schrieb.

Jan Kopp
Zeichen 5320
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