Kurt Weill
(1900-1950)

2. Sinfonie (1933)


Seine ersten grossen Erfolge als Bühnenkomponist lagen eben zurück, da wandte sich Kurt Weill überraschenderweise jener Form zu, die in Deutschland nach wie vor als Prüfstein eines jeden schöpferischen Musikers galt: die Sinfonie. Als 21-jähriger hatte Weill im Kompositionsunterricht bei Ferruccio Busoni bereits eine Sinfonie in einem Satz geschrieben, diese aber nie veröffentlicht: Busoni hatte Schwachstellen im kontrapunktischen Satz bemängelt. Zwölf Jahre später war Weill selbstbewusst genug, sich erneut an einer Sinfonie zu versuchen. Offensichtlich lag ihm zu diesem Zeitpunkt aber auch daran, nicht auf die stark von Brecht beeinflusste musikalische Ästhetik der Dreigroschenoper und des Mahagonny Songspiels festgelegt zu werden: "Um meinen eigenen Stil zu kontrollieren, habe ich auch absolute Musik geschrieben", erklärte Weill nach der Uraufführung seiner 2. Sinfonie. "Man muss gelegentlich von seinem gewohnten Weg abweichen, in solchen Momenten schreibe ich sinfonische Musik."
Im Oktober 1934 erlebte die Sinfonie ihre Uraufführung am Amsterdamer Concertgebouw. Dirigent war Bruno Walter, der das Werk später auch in Rotterdam, Den Haag, New York und Wien vorstellte.

Mark Schulze Steinen
Zeichen 3800

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