Trio g-Moll op. 63
für Klarinette, Violoncello und Klavier
Für das 19. Jahrhundert verkörperte Weber den
modernen Künstler - er war Musiker, zugleich Ästhetiker, Kritiker
und Schriftsteller. In Prag und Dresden veröffentlichte er als erster -
quasi als Mitbegründer der modernen Dramaturgie - Einführungen zu
noch unbekannten Opern in Tageszeitungen, führte geregelte Probenphasen
ein, setzte die Errichtung eines festangestellten Theaterchors durch und gründete
1817 den "Sängerchor". Er schuf eine theatereigene Bibliothek
und führte den Taktstock ein.
Weber hat laut Tagebucheintragungen mit der Arbeit an dem Trio im Frühjahr
1818 begonnen und das Werk am 25. Juli 1819 in Dresden abgeschlossen. Das Trio
gehört mit dem Klarinettenquintett, dem Grand Duo concertant und
den Silvana-Variationen zu Webers beliebtesten Kammermusikwerken. So
ist im "Journal für Literatur, Kunst, Luxus und Mode im Februar 1823
zu lesen: "Diese Sätze sind durch einen hohen, kühnen Schwung
der Phantasie ausgezeichnet, und, ungestört durch Abschweifungen und fremdartige
Verzierungen, in großer Einheit und Klarheit zum Ausdruck ihres Charakters
und zu ihrer bestimmten edlen Wirkung hingeführt."
Christine Mitlehner
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