Fünf Gedichte von Mathilde Wesendonck für eine Frauenstimme und Klavier
instrumentiert von Felix Mottl (1-4) und Richard Wagner (5)
"Einige neue Bekanntschaften haben sich mir (in
diesem Winter) aufgedrungen: ihrem männlichen Theile sind sie mir sehr
gleichgültig, weniger dem weiblichen nach: ich bin verwundert, so viel
Lebhaftigkeit und selbst Reiz unter ihnen anzutreffen." Richard Wagner
schreibt dies im Februar 1852 seinem Dresdener Freunde Theodor Uhlig, nachdem
er zuvor in Zürich das Ehepaar Otto und Mathilde Wesendonck kennengelernt
hat. Wenig später bekennt er dem selben Adressaten: "...schilt mich
nicht eitel, wenn ich dir auch gestehe, daß die wunderbaren Wirkungen,
die ich um mich verbreite, mir ab und zu ein wohliges Bewußtsein meines
Daseins wiedergeben. Ein feucht glänzendes Frauenauge durchdringt mich
oft wieder mit neuer Hoffnung."
Mathilde Wesendonck wurde für Wagner zur Muse seiner Züricher Jahre.
. Ihrer Fürsprache verdankte es Wagner auch, daß er Ende April 1857
in dem Züricher Vorort Enge ein in unmittelbarer Nähe der neuerbauten
Wesendonckschen Prunkvilla gelegenes, von Otto Wesendonck erworbenes Haus beziehen
durfte. Hier im "Asyl", wie Wagner es nannte, wurde im September desselben
Jahres die Dichtung zu "Tristan und Isolde" abgeschlossen. Unter ihrem
Eindruck schrieb Mathilde Wesendonck die fünf Gedichte, die Wagner zwischen
Ende November 1857 und Anfang Mai 1858 vertonte.
Walter Rösler
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Zu diesem Werk ist auch ein Text von Mark
Schulze Steinen lieferbar.