Richard Wagner
(1813-1883)


Fünf Gedichte von Mathilde Wesendonck für eine Frauenstimme und Klavier

instrumentiert von Felix Mottl (1-4) und Richard Wagner (5)


"Einige neue Bekanntschaften haben sich mir (in diesem Winter) aufgedrungen: ihrem männlichen Theile sind sie mir sehr gleichgültig, weniger dem weiblichen nach: ich bin verwundert, so viel Lebhaftigkeit und selbst Reiz unter ihnen anzutreffen." Richard Wagner schreibt dies im Februar 1852 seinem Dresdener Freunde Theodor Uhlig, nachdem er zuvor in Zürich das Ehepaar Otto und Mathilde Wesendonck kennengelernt hat. Wenig später bekennt er dem selben Adressaten: "...schilt mich nicht eitel, wenn ich dir auch gestehe, daß die wunderbaren Wirkungen, die ich um mich verbreite, mir ab und zu ein wohliges Bewußtsein meines Daseins wiedergeben. Ein feucht glänzendes Frauenauge durchdringt mich oft wieder mit neuer Hoffnung."
Mathilde Wesendonck wurde für Wagner zur Muse seiner Züricher Jahre. . Ihrer Fürsprache verdankte es Wagner auch, daß er Ende April 1857 in dem Züricher Vorort Enge ein in unmittelbarer Nähe der neuerbauten Wesendonckschen Prunkvilla gelegenes, von Otto Wesendonck erworbenes Haus beziehen durfte. Hier im "Asyl", wie Wagner es nannte, wurde im September desselben Jahres die Dichtung zu "Tristan und Isolde" abgeschlossen. Unter ihrem Eindruck schrieb Mathilde Wesendonck die fünf Gedichte, die Wagner zwischen Ende November 1857 und Anfang Mai 1858 vertonte.

Walter Rösler
Zeichen 4514

Zu diesem Werk ist auch ein Text von Mark Schulze Steinen lieferbar.
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