Richard Wagner
(1813-1883)

Ouvertüre und Bacchanal aus der Oper "Tannhäuser"


Uraufgeführt wurde Tannhäuser am 19. Oktober 1845 in Dresden. An dieser "Urfassung" nahm Wagner bereits im Umfeld einer Wiederaufnahme im Jahre 1847 erste Veränderungen vor. Stellte diese auf den Erfahrungen der ersten Aufführungen basierende, 1852 dann endgültig fixierte "Dresdner" Fassung noch eine szenisch-musikalische Überarbeitung dar, so sah sich Wagner im Vorfeld der Pariser Erstaufführung des Werkes 1861 gezwungen, seine Oper den Usancen des französischen Theaters anzupassen. Das betraf vor allem die Erweiterung des den ersten Akt eröffnenden Bacchanals zu einer groß angelegten, auf französischen Bühnen unverzichtbaren Ballettszene. Für die verspätete Wiener Erstaufführung des Tannhäuser am 22. November 1875 nahm Wagner schließlich einen letzten Eingriff in die Werkgestalt vor, indem er ein gutes Drittel der Ouvertüre strich und diese dann direkt in das um wenige Einleitungstakte verkürzte Bacchanal übergehen ließ.
Schon 1841 argumentierte er in einer seiner Schriften, das instrumentale Vorspiel zur Oper solle Konflikt und Stimmung der sich anschließenden Bühnenhandlung "vorahnungsvoll" andeuten. Diese eigene Forderung hat Wagner in der Ouvertüre zum Tannhäuser mustergültig verwirklicht.

Mark Schulze Steinen
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