Ouvertüre und Bacchanal aus der Oper "Tannhäuser"
Uraufgeführt wurde Tannhäuser am 19.
Oktober 1845 in Dresden. An dieser "Urfassung" nahm Wagner bereits
im Umfeld einer Wiederaufnahme im Jahre 1847 erste Veränderungen vor. Stellte
diese auf den Erfahrungen der ersten Aufführungen basierende, 1852 dann
endgültig fixierte "Dresdner" Fassung noch eine szenisch-musikalische
Überarbeitung dar, so sah sich Wagner im Vorfeld der Pariser Erstaufführung
des Werkes 1861 gezwungen, seine Oper den Usancen des französischen Theaters
anzupassen. Das betraf vor allem die Erweiterung des den ersten Akt eröffnenden
Bacchanals zu einer groß angelegten, auf französischen Bühnen
unverzichtbaren Ballettszene. Für die verspätete Wiener Erstaufführung
des Tannhäuser am 22. November 1875 nahm Wagner schließlich einen
letzten Eingriff in die Werkgestalt vor, indem er ein gutes Drittel der Ouvertüre
strich und diese dann direkt in das um wenige Einleitungstakte verkürzte
Bacchanal übergehen ließ.
Schon 1841 argumentierte er in einer seiner Schriften, das instrumentale Vorspiel
zur Oper solle Konflikt und Stimmung der sich anschließenden Bühnenhandlung
"vorahnungsvoll" andeuten. Diese eigene Forderung hat Wagner in der
Ouvertüre zum Tannhäuser mustergültig verwirklicht.
Mark Schulze Steinen
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