Richard Wagner
(1813-1883)
Siegfried-Idyll WWV 103
In Cosima, einer Tochter Franz Liszts und der Gräfin Marie d'Agoult, hatte
Wagner bis über seinen Tod hinaus seine treueste und ergebenste Mitstreiterin
gefunden. Ihr widmete er ein Jahr nach der Geburt des gemeinsamen Sohnes Siegfried
(im Hause Wagner liebevoll "Fidi" genannt) das "Tribschener Idyll
mit Fidi-Vogelgesang und Orange-Sonnenaufgang". Die später vereinfachend
"Siegfried -Idyll" genannte Komposition wurde in kleiner Besetzung an
Cosimas 33. Geburtstag am 25. Dezember 1870 "als symphonischer Geburtstagsgruss
seiner Cosima dargebracht von ihrem Richard". In ihren Tagebüchern berichtet
Cosima davon, wie sie morgens von sanften Klängen aus dem Schlaf in eine
Art Dämmerzustand hinüber geleitet wurde und erst zögernd realisierte,
dass unter ihrem Fenster etwa 15 Musiker aufspielten - "und was für
Musik" hörte sie da! Mit leichter Feder hatte der Klangmagier Wagner
für sie ein impressionistisch zartes, in zahlreichen Valeurs schillerndes
Tongemälde entworfen, dessen melodisches Rückgrat Brünnhildes schwärmerische
E-Dur-Phrase "Ewig war ich, ewig bin ich" aus dem dritten Akt des "Siegfried"
bildet.
Mark Schulze Steinen
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