Henri Vieuxtemps
(1820-1881)

Elegie
für Viola und Klavier op. 30


Die Bratsche schien dem 34jährigen belgischen Geigenvirtuosen Henri Vieuxtemps besonders für das Genre der Elegie geeignet zu sein. Er wählte die "traurige" Molltonart. Die Viola stimmt ein Thema in f-Moll an, welches in seiner Rhythmik an die punktierte Variante des antiken daktylischen Metrums erinnert. Weniger antik und im 19. Jahrhundert verankert sind die einleitenden verminderten Septakkorde mit ihren Vorhaltsdissonanzen im Klavier und die stärker betonte auszierende Virtuosität der Violastimme, die Vieuxtemps als hervorragenden Geiger und Bratscher ausweist.

Christine Mitlehner
Zeichen 3755