Peter Tschaikowsky
(1840-1893)

Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 35


"Unviolinistisch" - also "unspielbar" - sei Peter I. Tschaikowskys Violinkonzert, urteilte der Geiger Leopold Auer, und überließ es seinem Kollegen Adolf Brodsky, das Werk am 4. Dezember 1881 in Wien uraufzuführen. Die Fachwelt war sich darüber einig, dass Brodsky bei dieser Gelegenheit ein glanzvolles Wiener Debüt gegeben hatte. Tschaikowskys Musik - eben vom Vorwurf der "Unspielbarkeit" freigesprochen - entlockte der feuilletonistischen Zunft hingegen nur ein verständnisloses Naserümpfen. Kritikerpapst Eduard Hanslick erstaunte seine Leser sogar mit der despektierlichen Frage, ob es wohl Musik gäbe, die man "stinken hören" könne... Tschaikowsky soll sich bis zum Ende seines Lebens erbittert an diese ebenso unappetitliche wie unfaire Bemerkung erinnert haben - war das Violinkonzert doch in einer Zeit schwerer persönlicher Krisen entstanden.

Mark Schulze Steinen
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