Peter
I. Tschaikowsky
(1840-1893)
Konzert Nr.1 für Klavier und Orchester b-Moll op. 23
"Er ist der
russischste von uns allen", sagte Igor Strawinsky einmal über seinen
42 Jahre älteren Landsmann Peter Tschaikowsky. In der westlichen Welt rannte
das ehemalige enfant terrible der Klassischen Moderne mit dieser Haltung offene
Türen ein. Hierzulande galt Tschaikowsky schon allein deshalb als bedeutendster
Komponist seiner Heimat, weil die Musik anderer russischer Komponisten lange
Zeit kaum rezipiert wurde. Vor dem Hintergrund mangelnder Vergleichsmöglichkeiten
wurde Tschaikowsky daher all zu leichtfertig in die Schublade der "Nationalkomponisten"
gepackt. Was gemessen an westeuropäischen Maßstäben auffällig
an seiner Musik erschien - etwa der vielfach als "schwermütig"
beschriebene Lyrismus, bestimmte Intervallstrukturen und ihre harmonischen Grundierungen
oder satztechnische und formale Idiosynkrasien - führte man auf Einflüsse
der Folklore aus Tschaikowskys russischer Heimat zurück.
In der Heimat des Komponisten standen die Dinge etwas anders. Ohne Zweifel galt
Tschaikowsky auch in Russland schon zu Lebzeiten als der herausragendste Komponist
seiner Epoche. Die Gründe für diese Bewertung waren interessanterweise
aber gänzlich andere als im westlichen Europa.
Mark Schulze Steinen
Zeichen 7512
Zu diesem Werk ist auch ein Text von Christine Mitlehner lieferbar .