Peter I. Tschaikowsky
(1840-1893)

Konzert Nr.1 für Klavier und Orchester b-Moll op. 23



Tschaikowskys Klavierkonzert verursachte den ungebremsten Neid des berühmten russischen Pianisten Nikolai Rubinstein,
wie einem Brief des tief verletzten Tschaikowsky an Frau von Meck - geschrieben drei Jahre nach dem Vorfall -
zu entnehmen ist:

San Remo, d. 21. Januar 1878

...Im Dezember 1874 hatte ich ein Klavierkonzert geschrieben! Da ich kein Pianist bin, so erachtete ich es für notwendig, einen Virtuosen zu befragen, was an meinem Konzert unausführbar, undankbar oder wirkungslos wäre.
(Tschaikowsky spielte das Konzert Rubinstein vor )
Es erwies sich, daß mein Konzert (in den Ohren von Rubinstein) garnichts taugte, daß es absolut unspielbar, die Passagen abgedroschen und so ungeschickt wären, daß man sie gar nicht verbessern könnte, daß die Komposition selbst schlecht, trivial, gemein sei, daß ich die Stelle von Dem und die da von Jenem gestohlen hätte, daß nur zwei oder drei Seiten etwas taugten, während die übrigen entweder vernichtet oder radikal umgearbeitet werden müßten.

Tschaikowsky strich daraufhin die Widmung des Konzertes an Nikolai Rubinstein aus der Partitur und eignete es Hans von Bülow zu, der es am 13. Oktober 1875 in Boston unter der Leitung von Benjamin Johnson Lang uraufführte.

Christine Mitlehner
Zeichen 7037

Zu diesem Werk ist auch ein Text von Mark Schulze Steinen lieferbar.