Igor Strawinsky
(1882-1971)
Concerto en Ré
pour Violon et Orchestre
In einem langen Künstlerleben, das beinahe
ein Jahrhundert umfaßt, hat Igor Strawinsky die Zeitgenossen mit seinen
Werken in Irritationen gestürzt, in Atem gehalten, in Lager gespalten,
an ihrem und seinem Kunstverstand zweifeln lassen. Die Wiener Schule (Schönberg
glossierte den kleinen 'Modernsky', um sich später ein wenig dafür
zu schämen), deren Wortführer Adorno dem Komponisten "Mangel
an kontrapunktischem Geist" vorwarf, ihn "Musikrestaurator" nannte,
die "gegenwärtige Mannigfaltigkeit", die Pluralität allgemein
als "disparat" und "inkonsequent" beklagte, zog den tiefen
Graben zwischen sich und Strawinsky. Daß Strawinsky sich nach "russischer"
und "neoklassizistischer" Stilperiode (K.H.Wörner) der Zwölftonmusik
zuwandte (allerdings erst nach Schönbergs Tod), stürzte die Musikwelt
in Ratlosigkeit. Daß er die Musik Tschaikowskys verteidigte, machte ihn
verdächtig.
Sein Concerto en Ré pour Violon et Orchestre von1931 wird der neoklassischen
Stilperiode zugeordnet.
Christine Mitlehner
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Zu diesem Werk ist auch ein Text von Ralf
Pleger lieferbar