Igor Strawinsky
(1882-1971)

Concerto en Ré
pour Violon et Orchestre



Mein Instinkt treibt mich dazu, nicht allein Übungsstücke meiner Schüler, sondern auch Werke alter Meister neu zu komponieren...Wenn etwas mein Interesse erregt und mir teuer wird, will ich mir das betreffende Objekt auch aneignen (das ist vielleicht eine seltene Form von Kleptomanie).

Igor Strawinsky, Gespräche mit Robert Craft

In einem langen Künstlerleben, das beinahe ein Jahrhundert umfaßt, hat Igor Strawinsky die Zeitgenossen mit seinen Werken in Irritationen gestürzt, in Atem gehalten, in Lager gespalten, an ihrem und seinem Kunstverstand zweifeln lassen. Die Wiener Schule (Schönberg glossierte den kleinen 'Modernsky', um sich später ein wenig dafür zu schämen), deren Wortführer Adorno dem Komponisten "Mangel an kontrapunktischem Geist" vorwarf, ihn "Musikrestaurator" nannte, die "gegenwärtige Mannigfaltigkeit", die Pluralität allgemein als "disparat" und "inkonsequent" beklagte, zog den tiefen Graben zwischen sich und Strawinsky. Daß Strawinsky sich nach "russischer" und "neoklassizistischer" Stilperiode (K.H.Wörner) der Zwölftonmusik zuwandte (allerdings erst nach Schönbergs Tod), stürzte die Musikwelt in Ratlosigkeit. Daß er die Musik Tschaikowskys verteidigte, machte ihn verdächtig.
Sein Concerto en Ré pour Violon et Orchestre von1931 wird der neoklassischen Stilperiode zugeordnet.

Christine Mitlehner
Zeichen 10527

Zu diesem Werk ist auch ein Text von Ralf Pleger lieferbar
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