Igor Strawinsky
(1882-1971)

Suite aus "L'Histoire du soldat" (1920)
für Klarinette, Violine und Klavier


"Entre Denges et Denezy" lernte Igor Strawinsky, der die Zeit des ersten Weltkriegs in der sicheren Schweiz verbrachte, den Waadtländischen Schriftsteller Charles Ferdinand Ramuz kennen - das legen zumindest die ersten Worte von Ramuz' Text zu "Histoire du soldat" nahe. Ramuz jedenfalls war es, der Strawinsky vorschlug, "mit möglichst geringen Mitteln eine Wanderbühne zu gründen, die man leicht von Ort zu Ort schaffen und auch in ganz kleinen Lokalen vorführen kann." Das Vehikel dieses Kriegsprojekts sollte ein brillantes, jedem Wagnerschen Pathos und Einfühlungszauber fremdes "Gesamtkunstwerk en miniature" für sieben Instrumentalisten, drei Schauspieler und eine Tänzerin werden, welches in Brechtscher Knappheit das russische Märchen eines Soldaten erzählt, der seine Seele an den Teufel verkauft. Die Uraufführung des Werkes fand unter der Leitung von Ernest Ansermet am 28. September 1918 im Théâtre Municipal de Lausanne (einem nicht gerade "kleinen Lokal") statt und wurde von dem Winterthurer Kunstmäzen Werner Reinhart ermöglicht, dem Strawinsky die Komposition widmete. Zu weiteren Aufführungen kam es aufgrund einer Grippe-Epidemie, von der auch die Darsteller des Stücks heimgesucht wurden, nicht.

Mark Schulze Steinen
Zeichen 2151

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Zu diesem Werk ist auch ein Text von Christine Mitlehner (Zeichen 4800) erhältlich.