Symphonie Nr. 3 C -Dur op. 52
Während der Arbeit an seiner Vierten Symphonie schrieb Jean Sibelius 1910 in seinem Tagebuch, eine Symphonie sei für ihn »keine Composition in gewöhnlicher Bedeutung«, sondern ein »Glaubensbekenntnis«. Drei Jahre zuvor hatte er - nur wenige Wochen nach der Uraufführung seiner Dritten - in Helsinki einen anderen bedeutenden Symphoniker seiner Generation kennen gelernt: Gustav Mahler. Während des Zusammentreffens kam es zu einem Disput über jene orchestrale Gattung, die seit den Tagen eines Ludwig van Beethoven im Zentrum des musikalischen Interesses stand und an dessen Leistung sowohl Mahler als auch Sibelius von der Mit- und Nachwelt gemessen werden sollten. Karl Ekman hat Sibelius' Bericht über die grundlegenden Differenzen zwischen den jeweiligen Vorstellungen der beiden Komponisten von dieser Gattung in einer der ersten Biografien des finnischen Musikers festgehalten: Während für Mahler die Symphonie eine Welt erschaffen und allumfassend sein sollte, betonte Sibelius, dass er beim Komponieren eines solchen Werks vor allem Wert legte auf "den Stil, die strenge Form und die profunde Logik, die einen inneren Zusammenhang zwischen allen Motiven schafft".
Mark Schulze Steinen
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