Bright Sheng
(* 1955)

Tibetan Swing
for Orchestra (2002)


Tibetan Swing wurde mit Unterstützung der Serge and Natalie Koussevitsky Music Foundation vom Brooklyn Philharmonic Orchestra gemeinsam mit dem Singapore Symphonie Orchestra (anläßlich der Eröffnung der neuen Konzerthalle 2002) in Auftrag gegeben und am 26. April 2002 in New York unter der musikalischen Leitung von Robert Spano uraufgeführt. In einem Programmhinweis in der Partitur schreibt Bright Sheng:
Basierend auf einem typischen Tibetanischen Tanzrhythmus versucht das Werk, die Schönheit und Wildheit eines Tanzes in der dortigen gebirgigen Region heraufzubeschwören, ein ausdrucksstarker Tanz, weithin bekannt durch sein "long sleeve-swinging" und rhythmisches Fußstampfen. (Die traditionellen tibetanischen Gewänder haben lange Ärmel (sleeves), fast zweimal so lang als nötig. Beim Tanz flattern sie wie Bänder in der Luft, Anm. d. Autorin.)
Das Stück mit dreifachem Holz, normaler Blechbläserbesetzung, Streichern, Harfe, Pauken und erweitertem Schlagzeug (darunter Congas und Bongos, Tambourin, Tempelblock) ist ein liebenswertes, trotz seiner Rauhigkeit eher fröhliches Stück mit einem klaren Konzept: das karge Rhythmus-Modell zu Beginn des Swings, vorgestellt von den Bongos und Congas, wird ganz allmählich strukturell durch Variierung, Taktwechsel mit vielfältigen Akzentverschiebungen und Synkopierungen (off-beat) sowie instrumental (von den tiefsten zu den höchsten Instrumenten) in einem wilden Crescendo aufgefüllt.

Christine Mitlehner
Zeichen 6787

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