Tibetan Swing
for Orchestra (2002)
Tibetan Swing wurde mit Unterstützung der
Serge and Natalie Koussevitsky Music Foundation vom Brooklyn Philharmonic Orchestra
gemeinsam mit dem Singapore Symphonie Orchestra (anläßlich der Eröffnung
der neuen Konzerthalle 2002) in Auftrag gegeben und am 26. April 2002 in New
York unter der musikalischen Leitung von Robert Spano uraufgeführt. In
einem Programmhinweis in der Partitur schreibt Bright Sheng:
Basierend auf einem typischen Tibetanischen Tanzrhythmus versucht das Werk,
die Schönheit und Wildheit eines Tanzes in der dortigen gebirgigen Region
heraufzubeschwören, ein ausdrucksstarker Tanz, weithin bekannt durch sein
"long sleeve-swinging" und rhythmisches Fußstampfen. (Die
traditionellen tibetanischen Gewänder haben lange Ärmel (sleeves),
fast zweimal so lang als nötig. Beim Tanz flattern sie wie Bänder
in der Luft, Anm. d. Autorin.)
Das Stück mit dreifachem Holz, normaler Blechbläserbesetzung, Streichern,
Harfe, Pauken und erweitertem Schlagzeug (darunter Congas und Bongos, Tambourin,
Tempelblock) ist ein liebenswertes, trotz seiner Rauhigkeit eher fröhliches
Stück mit einem klaren Konzept: das karge Rhythmus-Modell zu Beginn des
Swings, vorgestellt von den Bongos und Congas, wird ganz allmählich strukturell
durch Variierung, Taktwechsel mit vielfältigen Akzentverschiebungen und
Synkopierungen (off-beat) sowie instrumental (von den tiefsten zu den höchsten
Instrumenten) in einem wilden Crescendo aufgefüllt.
Christine Mitlehner
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