Artie Shaw
(1910-2004)

Konzert für Klarinette und Orchester


Wer kennt nicht das wohl berühmteste Klarinettensolo der Welt, den Beginn von George Gershwins "Rhapsody in Blue"? Es ist gleichzeitig das Stück, das den Jazz "salonfähig" gemacht und ihm den Weg in die großen Konzertsäle geebnet hatte. 15 Jahre später war dieser Schritt bereits nichts Ungewöhnliches mehr. Beflügelt vom enormen Aufschwung der Unterhaltungsmusik und nicht zuletzt auch durch die Filmindustrie, begann eine Verschmelzung der Stile: einige wenige populäre Komponisten schafften den Sprung in den bürgerlichen Konzertsaal (so z.B. Duke Ellington mit seinen orchestralen Suiten wie "Grand Slam Jam" u.a.), umgekehrt ließen sich zahlreiche "seriöse" Komponisten vom Jazz inspirieren: Claude Debussy, Igor Strawinsky, Darius Milhaud, Kurt Weill oder Dmitri Schostakowitsch.
Artie Shaw nutzte - wie viele andere Komponisten am Beginn dieser Entwicklung - die Popularität der Filmmusik, um seinen Beitrag zum Solokonzert in klassischer Orchesterbesetzung zu etablieren. In dem Fred-Astaire-Film "Second Chorus" (1940) stellt er sich selbst als Klarinettist und Bandleader dar, und er spielt in einer Filmszene eben dieses Klarinettenkonzert. Zu dieser Zeit war er auf der Höhe seines Ruhms.

Tilman Schlömp
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