Konzert für Klarinette und Orchester
Wer kennt nicht das wohl berühmteste Klarinettensolo
der Welt, den Beginn von George Gershwins "Rhapsody in Blue"? Es ist
gleichzeitig das Stück, das den Jazz "salonfähig" gemacht
und ihm den Weg in die großen Konzertsäle geebnet hatte. 15 Jahre
später war dieser Schritt bereits nichts Ungewöhnliches mehr. Beflügelt
vom enormen Aufschwung der Unterhaltungsmusik und nicht zuletzt auch durch die
Filmindustrie, begann eine Verschmelzung der Stile: einige wenige populäre
Komponisten schafften den Sprung in den bürgerlichen Konzertsaal (so z.B.
Duke Ellington mit seinen orchestralen Suiten wie "Grand Slam Jam"
u.a.), umgekehrt ließen sich zahlreiche "seriöse" Komponisten
vom Jazz inspirieren: Claude Debussy, Igor Strawinsky, Darius Milhaud, Kurt
Weill oder Dmitri Schostakowitsch.
Artie Shaw nutzte - wie viele andere Komponisten am Beginn dieser Entwicklung
- die Popularität der Filmmusik, um seinen Beitrag zum Solokonzert in klassischer
Orchesterbesetzung zu etablieren. In dem Fred-Astaire-Film "Second Chorus"
(1940) stellt er sich selbst als Klarinettist und Bandleader dar, und er spielt
in einer Filmszene eben dieses Klarinettenkonzert. Zu dieser Zeit war er auf
der Höhe seines Ruhms.
Tilman Schlömp
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