Konzert für Violoncello und Orchester a-Moll
op. 129
Schumann schrieb das Konzert kurz nach seinem
Wechsel nach Düsseldorf, wo er als neuer Städtischer Musikdirektor
voller Enthusiasmus empfangen wurde. Im Oktober 1850 war es nach etwa vierzehn
Tagen vollendet. Die Komposition und Schumanns eigene Worte: "Ich kann
kein Konzert schreiben für Virtuosen, ich muß auf etwas anderes sinnen",
zeigen einen Widerspruch; die Aufführungsgeschichte des Cellokonzertes
untermauert diesen. Denn der Cellopart ist durch und durch virtuos, und das
zu einer Zeit, wo im Vergleich zu Pianisten und Geigern sehr selten Cellisten
das Konzertpodium betraten. Das Orchester läßt dem Solisten deutlichen
Vorsprung und zieht sich in weiten Teilen auf die Aufgabe der Begleitung zurück.
In die Musik fließen manche Töne und Klänge aus seinen vorher
komponierten "Faust-Szenen" hinein.
Für die Beziehung der Teile aufeinander sorgt in der Überleitung zum
lebhaften Schlußteil das romantisch schweifende Hauptthema des Cellos
zu Beginn des 1. Satzes. Die "Romantik, der Schwung, die Frische und der
Humor", wie Clara Schumann feststellt, machen vergessen, daß eine
besondere Konzentration und Integration des musikalischen Materials nicht aufzuspüren
ist.
Christine Mitlehner
Zeichen 5108
Zu diesem Werk ist auch ein Text von Christian
Katzschmann lieferbar