"Bilder aus Osten" - 6 Impromptus
op. 66
für Klavier zu vier Händen
"Musikduette werden leicht Herzensduette u. die
Unterhaltung u. Sprache der verwandten Seelen; dann haben sie ihren schönsten
Werth. Das vierhändige Clavierspiel bleibt doch der schönste erste
Genuß."
Noch spürbar berauscht vom Nachklang eines bis in die späte Nacht
ausgedehnten Treffens mit einem befreundeten Pianisten schrieb Robert Schumann
diese Zeilen in sein Tagebuch - und erinnert uns damit an die Bedeutung, die
das gemeinsame Musizieren zweier Personen an einem Klavier im 19. Jahrhundert
besaß. Eines der im 19. Jahrhundert bekanntesten originalen Werke für
vierhändiges Klavier sind Robert Schumanns "Bilder aus Osten".
Das Werk ist die Frucht einer engen Künstler- und Lebensfreundschaft zu
dem Dresdener Maler Eduard Bendemann und seiner Frau Lida, einer Tochter des
Bildhauers Gottfried von Schadows. In der Bibliothek der Bredemanns fand Schumann
die Inspirationsquelle zu seinem Werk: Friedrich Rückerts "Die Verwandlungen
des Ebu Seid von Serûg oder die Makâmen des Hariri in freier Nachdichtung",
deren erster Band 1826 erschienen war. In einem Entwurf zur Vorrede zu den "Bildern
aus Osten" hebt Schumann den "unglaublich kunstvoll verschlungenen
Sprachausdruck" hervor, der seine musikalische Phantasie beflügelt
habe.
Carsten Niemann
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