Robert Schumann
(1810 - 1856)

"Bilder aus Osten" - 6 Impromptus op. 66
für Klavier zu vier Händen


"Musikduette werden leicht Herzensduette u. die Unterhaltung u. Sprache der verwandten Seelen; dann haben sie ihren schönsten Werth. Das vierhändige Clavierspiel bleibt doch der schönste erste Genuß."
Noch spürbar berauscht vom Nachklang eines bis in die späte Nacht ausgedehnten Treffens mit einem befreundeten Pianisten schrieb Robert Schumann diese Zeilen in sein Tagebuch - und erinnert uns damit an die Bedeutung, die das gemeinsame Musizieren zweier Personen an einem Klavier im 19. Jahrhundert besaß. Eines der im 19. Jahrhundert bekanntesten originalen Werke für vierhändiges Klavier sind Robert Schumanns "Bilder aus Osten". Das Werk ist die Frucht einer engen Künstler- und Lebensfreundschaft zu dem Dresdener Maler Eduard Bendemann und seiner Frau Lida, einer Tochter des Bildhauers Gottfried von Schadows. In der Bibliothek der Bredemanns fand Schumann die Inspirationsquelle zu seinem Werk: Friedrich Rückerts "Die Verwandlungen des Ebu Seid von Serûg oder die Makâmen des Hariri in freier Nachdichtung", deren erster Band 1826 erschienen war. In einem Entwurf zur Vorrede zu den "Bildern aus Osten" hebt Schumann den "unglaublich kunstvoll verschlungenen Sprachausdruck" hervor, der seine musikalische Phantasie beflügelt habe.

Carsten Niemann
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