Nach dem Liederkreis op. 24 und dem "Myrthen"-Zyklus
op. 25 vollendete Robert Schumann in seinem "Liederjahr" 1840 den
Liederkreis op. 39 nach zwölf Gedichten von Joseph von Eichendorff.
Für diesen romantischen Dichter, 1788 auf Schloß Lubowitz bei Ratibor
geboren, finden Naturerlebnisse ihre geheimnisvolle Korrespondenz in der menschlichen
Seele. Das Reflektierende, Differenzierende, das in Goethes Werk (grob verallgemeinert)
zum Ausdruck kommt, weicht bei Eichendorff "verworrenen" (ein Lieblingswort
von ihm) Gefühlen, romantischen Träumereien und religiöser Gläubigkeit.
Ein "magisch wilder Fluß" ist das Leben, in dessen heraufdämmernden,
phantastischen Nächten tödliche Verführung (Waldesgespräch)
, tückischer Friede (Zwielicht) lauern, aber auch ein berückender,
selig machender Zauber (Mondnacht) ruht...
Liedtexte werden in die Prosaerzählungen Eichendorffs eingebunden geliefert.
Christine Mitlehner