Robert Schumann
(1810-1856)

Humoreske op. 20
für Klavier


Schumanns Humoreske entstand, wie auch der Faschingsschwank und andere Klavierstücke in Wien, wo sich der Komponist in der Zeit von September 1838 bis April 1839 aufhielt, um Möglichkeiten zu erkunden, seine "Neue Zeitschrift für Musik" in der Musikmetropole herauszugeben. Doch diese Vorstellung erwies sich als naiv. Schumann musste ernüchtert erkennen, dass die Zensur in Wien "alles tilgen" konnte. Gleichzeitig belasteten ihn die Ungewissheiten in seiner Beziehung zu Clara, die Anfeindungen ihres Vaters und dessen strikte Ablehnung einer Ehe. Schumann fühlte sich nicht wohl, er glaubte, dass "ernstere Menschen und Sachen hier nicht gesucht und verstanden werden". Und so ist auch die Humoreske längst nicht so "heiter", wie uns der Titel vorgaukeln möchte.
Dieses geheimnisvolle und rätselhafte Werk, dessen geistreicher, zuweilen ironischer "Humor" (ein Abschnitt ist "Mit einigem Pomp" tituliert) vom Lieblingsautor Jean Paul beeinflusst zu sein scheint, und in dem Musik und poetischer Gedanke sich in unauflösbarer Verflechtung entwickeln, gliedert sich in fünf kontrastreiche Abschnitte.

Christine Mitlehner
Zeichen 2967

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