Humoreske op. 20
für Klavier
Schumanns Humoreske entstand, wie auch der Faschingsschwank
und andere Klavierstücke in Wien, wo sich der Komponist in der Zeit von
September 1838 bis April 1839 aufhielt, um Möglichkeiten zu erkunden, seine
"Neue Zeitschrift für Musik" in der Musikmetropole herauszugeben.
Doch diese Vorstellung erwies sich als naiv. Schumann musste ernüchtert
erkennen, dass die Zensur in Wien "alles tilgen" konnte. Gleichzeitig
belasteten ihn die Ungewissheiten in seiner Beziehung zu Clara, die Anfeindungen
ihres Vaters und dessen strikte Ablehnung einer Ehe. Schumann fühlte sich
nicht wohl, er glaubte, dass "ernstere Menschen und Sachen hier nicht gesucht
und verstanden werden". Und so ist auch die Humoreske längst nicht
so "heiter", wie uns der Titel vorgaukeln möchte.
Dieses geheimnisvolle und rätselhafte Werk, dessen geistreicher, zuweilen
ironischer "Humor" (ein Abschnitt ist "Mit einigem Pomp"
tituliert) vom Lieblingsautor Jean Paul beeinflusst zu sein scheint, und in
dem Musik und poetischer Gedanke sich in unauflösbarer Verflechtung entwickeln,
gliedert sich in fünf kontrastreiche Abschnitte.
Christine Mitlehner
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