Robert Schumann
(1810-1856)

Fantasiestücke op. 73 für Klarinette und Klavier (1849)



Ach ja von den Schmerzen und Freuden, die die Zeit bewegen, der Musik zu erzählen, dies fühl ich, ist mir vor vielen Andern zuertheilt worden.

Robert Schumann am 17. Juni 1849 an Franz Brendel

Ein merkwürdig objektivistischer Zug fällt an diesem in der Zeit des Dresdener Aufstands niedergeschriebenen Satz auf: Schumann erzählt nicht seiner Zeit mittels der Musik von seinen persönlichen Gefühlen, sondern er erzählt der Musik von den Schmerzen und Freuden, die die Zeit bewegen, d.h. er bereichert die Musik um Ausdrucksmöglichkeiten, die ihm Empfindungen seiner Zeit eingegeben haben. Man kann dies nur vor dem Hintergrund der romantischen Musikästhetik verstehen, die die Musik als eine "Tonsprache" oder "Klang-Rede" verstand, welche Dinge zu benennen imstande ist, deren Erfassung der Wort-Sprache unerreichbar bleibt.

Ulrich Lenz
Zeichen 10722

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Zu diesem Werk ist auch ein Text von Christine Mitlehner (Zeichen 2185) erhältlich