Franz Schubert
(1797-1828)

Winterreise op. 89 D 911
Liederzyklus nach Gedichten von Wilhelm Müller


Als noch die Stürme tobten, war ich so elend nicht, dichtete Wilhelm Müller in dem Lied "Einsamkeit", welches Franz Schubert 1827 als letztes Lied der Ersten Abteilung seiner Winterreise komponierte, doch nun ist dem Wandernden, der das Irregehen gewohnt ist, das Herz wie erfroren, kalt starrt ihr Bild darin, und der Traum von Lieb' um Liebe, von einer schönen Maid, von Herzen und von Küssen, von Wonne und Seligkeit ist ausgeträumt. Der Winter hält ihn gefangen, seine Tränen sind gefrorene Tropfen, der Fluß hat sich mit harter, starrer Rinde überdeckt, in die er mit einem spitzen Stein den Namen seiner Liebsten hineingräbt. Doch um Namen, Tag und Stunde windet sich ein zerbrochner Ring.

Christine Mitlehner
Zeichen 12616

Zur Winterreise sind zusätzliche Texte lieferbar
Deutung in Anlehnung an Siegmund Freuds Essay Melancholie und Trauer
Musikalische Analyse

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