Franz Schubert
(1798-1828)

Symphonie Nr. 7 h-Moll D 759
Unvollendete


Daß Schubert die traditionelle Viersätzigkeit der klassisch-romantischen Symphonie nicht in Frage stellen wollte, ist offensichtlich: Neben den sechs Symphonien aus der Jugendzeit hält auch die C-Dur-Symphonie, drei Jahre nach der "Unvollendeten" komponiert, an dem bewährten viersätzigen Muster fest. Mehr noch: Schubert skizzierte ein Scherzo zur h-Moll-Symphonie, das er jedoch nach wenigen Takten abbrach und später als Klavierkomposition vollendete. Der unvollendete Satz beweist: Die Symphonie ist es ebenfalls - und damit hat das Werk seinen Namen weg. Die viersätzige C-Dur-Symphonie übrigens auch: Sie wird gemeinhin als "Große" bezeichnet, was impliziert, daß ihre Ausmaße für Schubert ungewöhnlich seien, obwohl sie eigentlich nur "nicht-unvollendet" ist. Mehr noch: 1818 bezeichnete Schubert seine 6. Symphonie als "große Symphonie in C". Um Verwechslungen mit jener der Jahre 1825/26 auszuschließen, drehte die Nachwelt dem Komponisten das Wort im Munde herum: Schuberts 6. Symphonie wird heute meist "Kleine C-Dur-Symphonie" genannt - ganz nach dem Motto: "Je älter das Werk, desto größer die Kunst!"

Mark Schulze Steinen
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