Franz Schubert
(1797- 1828)

Streichquartett Es-Dur op. 125/1 D 87


In den Jahren zwischen 1810 und 1813, in denen der junge Franz sich bereits mit frühesten Quartettversuchen beschäftigte, galt Wien als Hochburg der Quartettmusik. So wurde auch in der Familie Schubert fleißig Streichquartett gespielt mit den Brüdern Ferdinand und Ignaz, Violine, Franz, Viola und dem Vater am Cello. Ferdinand schildert die Hausmusik: "Für seinen Vater und die älteren Brüder war es ein vorzüglicher Genuss, mit ihm [Franz] Quartetten zu spielen. [...] Fiel wo immer ein Fehler vor, und war er noch so klein, so sah er den Fehlenden entweder ernsthaft oder zuweilend auch lächelnd ins Gesicht. Fehlte der Papa, der das Violoncello spielte, so sagte er anfangs nichts; wiederholte sich der Fehler aber, so sagte er ganz schüchtern und lächelnd: 'Herr Vater, da muss was gefehlt sein! [...]'".
Das Es-Dur-Streichquartett schrieb Schubert im November 1813 - im Alter von 16 Jahren. Es war vermutlich bereits sein achtes Werk dieser Gattung, wenn man die verschollenen Quartette nicht mitzählt. Es spiegelt einen wachen musikalischen Verstand und eine unverstörte Psyche wider. Schubert gelingt es, formal und ausdrucksmäßig, ohne Selbstüberschätzung, ein bestens durchgearbeitetes, ausgeglichenes Werk in viersätziger Sonatenform zu vollenden.

Christine Mitlehner
Zeichen 3901

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