Gesänge des Harfners op.12 Nr. 1-3 D 478
Wer sich der Einsamkeit ergibt
Wer nie sein Brot mit Tränen aß
An die Türen will ich schleichen
In der verdrießlichen Unruhe, in der er sich befand,
fiel ihm ein, den Alten aufzusuchen, durch dessen Harfe er die bösen Geister
zu verscheuchen hoffte. Man wies ihn, als er nach dem Manne fragte, an ein schlechtes
Wirtshaus in einem entfernten Winkel des Städtchens, und in demselben die
Treppe hinauf bis auf den Boden, wo ihm der süße Harfenklang aus
einer Kammer entgegenschallte. Es waren herzrührende, klagende Töne,
von einem traurigen, ängstlichen Gesange begleitet. Wilhelm schlich an
die Türe, und da der gute Alte eine Art Phantasie vortrug und wenige Strophen
teils singend, teils rezitierend immer wiederholte, konnte der Horcher, nach
einer kurzen Aufmerksamkeit, ungefähr folgendes verstehen:
folgt Text "Wer nie sein Brot mit Tränen aß"
Lieferung der signifikanten Textstellen aus dem Goethe-Roman, in den die Liedtexte
eingebettet sind - zur Anregung, den Roman aus dem Regal zu holen und zu lesen,
um zu einem tieferen Verständnis der Lieder zu kommen...
Christine Mitlehner
Zeichen 5246 + Prosa- und Liedtext