Konzert für Klavier, Trompete und Streichorchester c-Moll op. 35 (Klavierkonzert Nr. 1)
Einer der vielseitigsten und umstrittensten Komponisten des 20. Jahrhunderts war der 1906 in St. Petersburg geborene Dmitri Schostakowitsch. Bevor er 1936 erstmals ins Zielfeuer der stalinistischen Zensur geriet und fortan einen Seiltanz zwischen Anpassung und künstlerischer Integrität zu vollziehen hatte, scheint es dem jungen Komponisten besonderen Spaß bereitet zu haben, mit chamäleonhafter Wandlungsfähigkeit die verschiedenen Facetten seines Talents zu erproben. So schrieb er in den Jahren 1930-32 die tragische Oper Lady Macbeth von Mzensk, ließ ihr die eingängigen 24 Präludien für Klavier folgen, komponierte nebenbei Film- und Bühnenmusiken und spielte im Oktober 1933 in Leningrad die Uraufführung seines ersten Klavierkonzertes c-Moll op. 35. Dass das Werk heute auch als Konzert für Klavier, Trompete und Streichorchester bekannt ist, liegt daran, dass Schostakowitsch den Solo-Trompeter der Leningrader Philharmoniker mit besonders exponierten und virtuosen Passagen bedachte.
Mark Schulze Steinen
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