Dmitri Schostakowitsch
(1906-1975)

Streichquartett Nr.3 F-Dur op. 73



Schostakowitsch wagte sich erst im Alter von Anfang Dreißig an die Komposition von Streichquartetten. Im Sommer 1938 vollendete er sein 1. Streichquartett (nach der 5. Sinfonie, jener "schöpferischen Antwort eines sowjetischen Künstlers auf eine berechtigte Kritik"). Seine Hinwendung zu diesem Genre könnte man als Ausdruck innerer Emigration, des Rückzuges in den "schützenden Hafen akademischer Traditionen" (Peter Cahn) deuten, vor allem nach einer brutalen Zeit der Demütigungen und Existenzängste. Sie fällt jedenfalls in die Schaffensperiode des reiferen Künstlers, der erst nach dem 2. Weltkrieg diese Gattung als ihm gemäßes Ausdrucksmittel begreift.

Christine Mitlehner
Zeichen 4397
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