Dmitri Schostakowitsch
(1906-1975)

Trio für Violine, Violoncello und Klavier e-moll op.67



Was die Wahrheit ist...

...das bringt kein Mensch heraus, brütet Klytämnestra in Strauss' "Elektra", und ähnlich mag es damals wie heute westlichen Musikschriftstellern und Musikwissenschaftlern angesichts der Biographie und des Werkes Dmitri Schostakowitschs gehen. Eine offene, möglichst unvoreingenommene Annäherung an seine Person scheitert vor der Undurchdringlichkeit eines fremdbestimmten Lebens, das, in offiziellem Auftrag, sich durch Sprache veröffentlicht: Schostakowitsch gab sich - wenn auch wortkarg - im Ausland "linientreu" und im Inland kompromißlerisch. Trotzdem wurde er zweimal in übler und hinterhältiger Form von den sowjetischen Machthabern kaltgestellt. Später dann zog man ihn als Verdienten Künstler des Volkes und Deputierten des Obersten Sowjets der UdSSR aus der Schlammschlacht. Das viersätzige Klaviertrio schrieb Schostakowitsch 1944 zum Gedenken an seinen Freund, den Musikwissenschaftler Iwan Sollertinski, der einem Herzinfarkt erlegen war.

Christine Mitlehner
Zeichen 5836
HOME