Variationen für Orchester op. 31
Die "Variationen für Orchester" waren das erste Werk, in dem
Schönberg die "Komposition mit zwölf nur aufeinander bezogenen
Tönen" auf den großen Apparat übertrug. Diese Methode hat
er einmal wie folgt charakterisiert: "Der Komponist erfindet eine Reihe,
in der alle zwölf Töne vorkommen. Hierbei ist oft eine kleine Nachhilfe
aus technischen Gründen nötig, welche ungefähr der Arbeit entspricht,
welche Brahms von einem guten Komponisten forderte: dass er sein Thema mit Rücksicht
auf später zu erwartende Gestaltungen so modifiziere, wie es die Entwicklung
verlangt. Die zugrundegelegte Zwölftonreihe, erfunden also und nachkonstruiert
auf dieselbe Weise, auf die jeder vorsorgliche Komponist, der Hirn und Gewissen
besitzt, es immer getan hat, diese Reihe also vollbringt nun die Leistung einer
Tonleiter und gleichzeitig die eines Motives. Das heißt: Wie aus der Tonleiter
die Melodien gebildet wurden, so auch hier. Wie aus der Tonleiter die Akkorde
gebildet wurden, so auch hier."
Die "Variationen für Orchester" zählen zu Schönbergs
instrumentalen Hauptwerken. Umrahmt werden das Thema und die insgesamt neun
Variationen von einer Introduktion und einem umfangreichen Finale.
Martin Demmler
Zeichen 9126