Alfred Schnittke
(1934-1998)

Trio für Violine, Bratsche und Violoncello (1985)


Schnittkes Beliebtheit, auch bei einem etwas konservativeren Publikum, erklärt sich mit der originellen Art und Weise wie er, um es ganz einfach zu sagen, "altes" und "neues" Material kombiniert. Schnittke selbst äußerte sich dazu immer mit dem Hinweis auf seine Idee der "Polystilistik", was für ihn nichts anderes heißt, als auf alles hinzuhören und alles einzubeziehen, was sich in der Musik artikuliert hat. Bei Komponisten wie Mahler oder Busoni führte dieses Hinhören auf andere Musik zu Zitaten oder Col-lagen, das "Fremde" wird als solches unterscheidbar. Nicht so bei Schnittke. Sein Stil ist bereits "viel-stilistisch" und was er an Bekanntem, Herkömmlichen verwendet, ist nicht eingebaut, sondern organisch im Schaffensprozeß mitentstanden.

Manuela Schwartz
Zeichen 2199