Joaquín Rodrigo
(1901-1999)

Concierto de Aranjuez (1939)
für Gitarre und Orchester


Was den offensichtlich unwiderstehlichen Zauber des zweiten Satzes von Rodrigos Gitarrenkonzert ausmacht, ist schwer zu fassen. Zu gebrochenen Dreiklängen der Sologitarre intoniert das Englischhorn zu Beginn eine improvisatorisch anmutende Melodie, die anschliessend in die Gitarre und verschiedene Instrumente des Orchesters wandert und variiert auf neue Tonstufen gehoben wird. Die absteigenden Mittelstimmen im begleitenden Streichersatz sind ebenso ein probates Mittel, den Hörer dort zu packen, wo er für melancholische Stimmungen am empfänglichsten ist, wie später eine Reihe von verminderten Septakkorden des Orchesters, die von Arabesken der Sologitarre verbunden werden. Ein etwas erregter Mittelteil und die Kadenz der Sologitarre sorgen vorübergehend für einen Kontrast, nach dem das Thema das Satzes im ganzen Orchester um so eindrücklicher wieder aufgenommen wird und uns mit Wucht in die Sessel des Konzertsaales drückt. Doch wann und aus welchen Gründen eine Melodie wie diese zum "Schlager" wird, gehört zu den Geheimnissen der Kunst - oder des Publikums.

Mark Schulze Steinen
Zeichen 3743

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