Requiem op. 144b (Hebbel)
für Alt, Chor und Orchester
Dem Andenken der im Kriege gefallenen deutschen Helden
Mit der Bitte, »den Inhalt dieses Schreibens Seiner
Majestät dem deutschen Kaiser zur huldvollen Kenntnisnahme unterbreiten
zu wollen« , teilt Max Reger im August 1915 dem kaiserlichen Kabinett
mit, daß er »an einem neuen großen Werke für Chor und
Orchester arbeite, welches ich dem Andenken der im Kriege 1914/15 gefallenen
deutschen Helden widmen werde, während die Vaterländische Ouvertüre
ich dem deutschen Heere gewidmet habe. Ich hoffe, durch diese beiden Werke meiner
Hingabe an unser herrliches Vaterland u. der Trauer um unsere gefallenen Helden
würdigen Ausdruck gegeben zu haben.«
Wie zu allen Zeiten haben auch unter Kaiser Wilhelm die Rituale des Feldzugs
Bestand - der feierliche Aufmarsch, das Heldengedenken, die Siegesfeier. Max
Reger entwickelte ein deutschnationales Konzept dreier Werke - darunter das
Requiem -, dessen Problematik sich aus dem ungelösten Konflikt zwischen
kompositorischer Absicht und subversiver Aussage des Hebbel-Texts herleitet.
Christian Katzschmann
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