Maurice Ravel
(1875-1937)

Sonate für Violine und Klavier G-Dur (1923-1927)


Bildungsbeflissene Journalisten pflegte Maurice Ravel vor den Kopf zu stoßen, indem er sagte, er fände Jazz-Musik weitaus interessanter als große Oper. Dass es sich dabei keineswegs um eine bloße Provokation handelte, bewies der Komponist mit seiner zwischen 1923 und 1927 entstandenen, zweiten Violinsonate (ein Jugendwerk in A-Dur für dieselbe Besetzung wurde erst nach Ravels Tod veröffentlicht): Ein frecher, in der Mitte des Werkes platzierter Blues erregte bei Pariser Uraufführung der Sonate am 30. Mai 1927 weit mehr Aufsehen als alle Interviews, die sein Schöpfer bis dato gegeben hatte.

Mark Schulze Steinen
Zeichen 3016

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