Maurice Ravel
(1875-1937)

La Valse
Poème choréographique pour orchestre



Ästhetik und Eigenart der musikalischen Sprache Ravels sind unüberhörbar von der Faszination durch Stilisierungen und Maskierungen geprägt. Diese Haltung, die so sehr den frühromantischen "Ursprünglichkeits"-Phantasien entgegensetzt ist, spiegelt sich auch in der komplizierten, introvertierten Persönlichkeit Ravels wider, die stets der Distanz als Schutz bedurfte. So nimmt Ravel unter den großen Klassizisten des 20. Jahrhunderts gewiß einen Ausnahmerang ein in der Konsequenz, mit der er den Begriff der "Kunst" der "Künstlichkeit" näherte, um diesen Grad der Artifizialität doch immer wieder in eine "zweite Natur" umzuformen.

Wolfgang Rathert
Zeichen 2814
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