Maurice Ravel
(1875-1937)

Konzert D-Dur (1929/30)
für Klavier (linke Hand) und Orchester


Das Jahrzehnt nach dem Ersten Weltkrieg, den Maurice Ravel bis zu seiner vorzeitigen Entlassung aus dem Militärdienst als Kraftfahrer an der Front verbrachte, stand für den Komponisten im Zeichen ausgedehnter Konzerttourneen durch Europa und die Vereinigten Staaten. 1929 fasste Ravel daher den Entschluss, ein Klavierkonzert zu schreiben, mit dem er bei weiteren Konzertreisen als Solist auftreten würde. Erste Pläne zu dem neuen Werk waren kaum gereift, als er von dem Pianisten Paul Wittgenstein gebeten wurde, ein Klavierkonzert "für die linke Hand" zu schreiben: Der zwei Jahre ältere Bruder des Philosophen Ludwig Wittgenstein hatte im Krieg einen Arm verloren und setzte seine Karriere nun mit Hilfe einiger der prominentesten Komponisten der Zeit fort (so schrieben Richard Strauss, Paul Hindemith, Erich Wolfgang Korngold, Franz Schmidt, Sergej Prokofjew und Benjamin Britten kammermusikalische und konzertante Werke für den einarmigen Virtuosen).
Wenn zunächst auch unwillig ("Ich bin mit einen Klavierkonzert schwanger und an dem Punkt, wo man sich übergeben muss...") kam Ravel der Bitte Wittgensteins nach und arbeitete so im Sommer 1929 unversehens an zwei Klavierkonzerten.

Mark Schulze Steinen
Zeichen 5480

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