Sergej Prokofjew
(1891-1953)

Sonate für Violoncello und Klavier C-Dur op. 119 (1949)



Revolution, Resolutionen und Reglementierungen, Ideologien und Idiotien: in deren konfliktgeladenen Spannungsfeldern befanden sich russische Komponisten wie Schostakowitsch, Mjaskowski oder Prokofjew: keiner kam ungeschoren davon. Im Februar1948 wurden alle drei namentlich und öffentlich vom Zentralkomitee der KPdSU des "Formalismus" und "volksfremder Tendenzen" angeklagt.
Prokofjew äußerte sich in einem Brief zu den Vorwürfen, der in der Versammlung der Moskauer Komponisten und Musikwissenschaftler verlesen wurde:
Der Beschluß ist deshalb besonders wichtig, weil er aufgezeigt hat, daß die formalistische Bewegung, die zur Verarmung und zum Verfall der Musik führt, dem sowjetischen Volk fremd ist, und weil er uns mit äußerster Klarheit auf Ziele hingewiesen hat, die wir anstreben müssen, um dem sowjetischen Volk am besten dienen zu können.
Vor der offiziellen Uraufführung der Cellosonate am 1. März 1950 im Kleinen Saal des Moskauer Konservatoriums wurde das neue Werk in verschiedenen staatlichen Institutionen durchlauscht und schließlich "freigegeben".

Christine Mitlehner
Zeichen 7766

Informationen