Francis Poulenc
(1899-1963)

Konzert für Orgel, Streichorchester und Pauken g-Moll (1938)


Francis Poulenc wurde im Kompositionsjahr der Verklärten Nacht von Arnold Schönberg geboren. Als echtes Kind des 20. Jahrhunderts erlebte er nicht mehr wirklich die Emanzipation der Moderne mit, sondern vor allem die Kämpfe der unterschiedlichen Stilrichtungen. Persönliche Begegnungen mit Arnold Schönberg, Anton von Webern und Alban Berg haben seine Schreibweise nicht sonderlich beeinflußt. Igor Strawinskys Neoklassizismus, aber auch die rhythmischen Freiheiten von dessen Ballett Le sacre du printemps fielen dagegen bei dem Franzosen auf fruchtbaren Boden. Sogar eine direkte Rückwärtswendung zu Domenico Scarlatti und dem frühen Joseph Haydn läßt sich bei ihm aufspüren. Seine willkürliche Selbstbedienung aus der Musikgeschichte und damit verbunden eine gewisse Beliebigkeit des Stils störte ihn nicht. Er faßte seinen Hang zum Eklektizismus mit dem Ausdruck "Janus Poulenc" zusammen. "Meine Musik", sagte er "ist ein Selbstporträt."
Doch wirkt sich diese Polystilistik nicht unbedingt negativ aus.

Tilman Schlömp
Zeichen 2438

Zu diesem Werk ist auch ein Text von Christine Mitlehner lieferbar.
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