Luigi Nono
(1924-1990)

Sarà dolce tacere (1960)
Canto per 8 soli


Zwischen 1955 und 1963 schrieb Luigi Nono eine Reihe von Chorwerken - beginnend mit Il canto sospeso bis hin zu den Canciones a Guiomar -, in denen er eine neue Form des Chorsatzes und der Textvertonung entwickelte. Grundlage dieser Entwicklung waren einmal die seriellen Satztechniken, die sich in den Instrumentalkompositionen der "Darmstädter Schule" seit Beginn der 50er Jahre herausgebildet hatten; zum anderen ein Verständnis von Sprache, das Nonos eigenen Angaben zufolge v.a. durch die Philosophie Maurice Merleau-Pontys inspiriert ist. Beide Voraussetzungen zielten für Nono in dieselbe Richtung: hin auf eine Frag-mentierung sprachlicher und musikalischer Einheiten und deren "Rekomposition" in einer Vokalmusik, die sprachliche und musikalische Strukturmomente eng miteinander verknüpft.

Jan Kopp
Zeichen 3736
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