Carl Nielsen
(1865-1931)
Helios
Ouvertüre op. 17
In seiner Heimat Dänemark gehört Carl Nielsen
als Schöpfer von sechs Sinfonien, je einem Solokonzert für Flöte,
Klarinette und Violine und anderen sinfonischen Werken, vier Streichquartetten,
einer Reihe von Kammermusikwerken und Klavierkompositionen, rund 250 Liedern,
die zum Teil die Popularität von Volksliedern erlangt haben, sowie den
Opern Saul und David und Maskerade neben dem gut ein halbes Jahrhundert älteren
Nils Wilhelm Gade zu den meist aufgeführtesten Komponisten, die das Land
hervorgebracht hat. Doch auch ausserhalb Dänemarks ist man in den vergangenen
Jahrzehnten wieder auf Nielsen aufmerksam geworden: Die zunehmende Übersättigung
mit einer Musik deutsch-österreichischer Provenienz, die Anfang des 20.
Jahrhunderts von Fachkreisen als "fortschrittlich" postuliert wurde,
der das Publikum aber immer weniger Sympathien entgegenbrachte, hat das Interesse
für eine Reihe von Komponisten geweckt, deren im selben Zeitraum entstandene
Werke einen Mittelweg zwischen Tradition und Neuerung beschreiben.
Die 1903 komponierte Ouvertüre Helios op. 17 gehört noch zu Nielsen
mittlerer Werkgruppe. Sie entstand während eines längeren Aufenthaltes
in Athen, wo seine Frau - die seinerzeit bekannte Bildhauerin Anne Marie Carl-Nielsen
- im Rahmen eines Reisestipendiums Kopien von antiken Skulpturen anfertigte.
Der Titel des Werkes bezieht sich indes nicht auf eine bildliche Darstellung
des griechischen Sonnengottes, sondern auf das mediterrane Licht, das Nielsen
zu diesem einzigen Werk des Reisejahres inspirierte. Von dem ursprünglichen
Untertitel "Ouvertüre an die Sonne" hat der Komponist später
Abstand genommen.
Mark Schulze Steinen
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