Wolfgang Amadeus Mozart
(1756-1791)

Konzert für Violine und Orchester G-Dur KV 216



Amadeus stand nicht im Taufregister, sondern Theophilus (Joannes Chrysost(omus) Wolfgangus Theophilus), und Mozart nannte sich am liebsten Wolfgang Amadé. Briefschlüsse wie dero gehorsamster Sohn mancher Briefe an den Vater oder wiebin allzeit der alte junge Sauschwanz Wolfgang Amadé Rosenkranz in einem Brief an die Base Maria Anna Thekla Mozart sind äußerliche Eckpunkte eines jungen Lebens im 18. Jahrhundert zwischen Anpassung und (selbst)ironischer Durchbrechung normativer Regeln öffentlicher Etikette. Als Wunderkind in die aristokratische Welt eingeführt und eingepaßt, von ihr bestaunt und verhätschelt, durfte er sich als Erwachsener in ihren Diensten einen Fußtritt in den Hintern zum Abschied geben lassen.
Von da an ging Mozart kein Dienstverhältnis mehr ein, er wurde ein Freiberufler.
Die Neue Mozart-Ausgabe, begonnen erst nach dem 2. Weltkrieg mit der unzensierten Publikation aller gesammelten Briefe und Aufzeichnungen hat den Kleister bürgerlich-moralischer Vorbehalte von Mozarts überlieferten Biographien heruntergekratzt. Auf die Weise kam endlich ein vitales Mozart-Bild zum Vorschein, das der bunten Farben und unmißverständlichen Linien nicht entbehrt.

Christine Mitlehner
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