Wolfgang Amadeus Mozart
(1756-1791)
Sonate B-Dur KV 15
für Cembalo und Klavier
Das Bild vom mühelos komponierenden, nur
seinen Eingebungen folgenden Götterliebling ist nichts anderes als eine
Erfindung des im 19. Jahrhundert grassierenden Geniekultes. Zwar bekannte Mozart
selbst, daß ihm das Komponieren leicht von der Hand ginge: hinschmieren
könne er immerfort. Auf der anderen Seite hatte er stets ein reges Interesse
an rein kompositionstechnischen Problemen. Eine große Zahl der erhaltenen
Skizzenblätter ist überdeckt mit Notizen, in denen sich Mozart mit
der abstrakten Form des Kanons beschäftigt - erst diese Studien gaben ihm
die Sicherheit, in seinen größeren Werken satztechnische Probleme
mit größter Leichtigkeit und Eleganz zu lösen. Mozarts Zeitgenossen
haben unter dem » Brillanten « seiner Musik noch deutlich das »
Künstliche« heraushören können.
Carsten Niemann
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