Requiem d-Moll KV 626
vervollständigt von Franz Xaver Süssmayr (1766-1803)
Es gehört zu den Erfahrungen des Historikers,
dass er Mythen durch Fakten nicht zu zerstören vermag", konstatierte
Ulrich Konrad genau zweihundert Jahre nach dem Erscheinen von Friedrich Rochlitz'
anekdotischem Artikel über Anlass und Entstehung von Mozarts Requiem. Obwohl
die Genese dieses Werkes heute nahezu lückenlos rekonstruiert und aus dem
Dunstkreis biographischer Mystifizierung herausgelöst werden konnte, hat
sich der Mythos, der sich seit Rochlitz um Mozarts letzte Komposition rankt,
als besonders widerstandsfähig erwiesen. Wer war der "un"heimliche
Auftraggeber?
Franz Graf von Walsegg-Stuppach hatte die unehrenhafte Angewohnheit, Werke anderer
Komponisten als seine eigenen auszugeben. Aus diesem Grund beauftragte er seinen
Gutsverwalter Franz Anton Leitgeb, unter strengster Geheimhaltung seiner Identität
bei Mozart ein Requiem in Auftrag zu geben. Nach dem Tod des Komponisten wurde
das Werk tatsächlich als "Requiem composto del Conte" am 14.
Dezember 1793 und am 14. Februar 1794 in der Neuklosterkirche der Wiener Vorstadt
aufgeführt.
Mark Schulze Steinen
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