Wolfgang Amadeus Mozart
(1756-1791)

Requiem d-Moll KV 626
vervollständigt von Franz Xaver Süssmayr (1766-1803)


Es gehört zu den Erfahrungen des Historikers, dass er Mythen durch Fakten nicht zu zerstören vermag", konstatierte Ulrich Konrad genau zweihundert Jahre nach dem Erscheinen von Friedrich Rochlitz' anekdotischem Artikel über Anlass und Entstehung von Mozarts Requiem. Obwohl die Genese dieses Werkes heute nahezu lückenlos rekonstruiert und aus dem Dunstkreis biographischer Mystifizierung herausgelöst werden konnte, hat sich der Mythos, der sich seit Rochlitz um Mozarts letzte Komposition rankt, als besonders widerstandsfähig erwiesen. Wer war der "un"heimliche Auftraggeber?
Franz Graf von Walsegg-Stuppach hatte die unehrenhafte Angewohnheit, Werke anderer Komponisten als seine eigenen auszugeben. Aus diesem Grund beauftragte er seinen Gutsverwalter Franz Anton Leitgeb, unter strengster Geheimhaltung seiner Identität bei Mozart ein Requiem in Auftrag zu geben. Nach dem Tod des Komponisten wurde das Werk tatsächlich als "Requiem composto del Conte" am 14. Dezember 1793 und am 14. Februar 1794 in der Neuklosterkirche der Wiener Vorstadt aufgeführt.

Mark Schulze Steinen
Zeichen 14805

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