Klaviersonate B-Dur KV 333
Es gibt nur wenige Komponisten, über deren Musik
so viel geschrieben wurde, wie über jene von Wolfgang Amadeus Mozart. Und
doch scheinen sich gerade viele seiner Werke allen Deutungs- und Erklärungsversuchen
zu entziehen: So natürlich entfaltet sich Mozarts grenzenloser melodischer
Einfallsreichtum, so selbstverständlich erscheint seine meisterhafte Beherrschung
unterschiedlichster Stile, auf so unspektakuläre Art und Weise erobert
er sich die von Komponisten der vorangegangenen Generation entwickelten Formen,
dass selten Bedarf an gelehrten Kommentaren oder Auslegungen besteht. Dass aufgrund
ihres Entstehungsanlasses viele kammermusikalische Werke Mozarts darüber
hinaus als Gelegenheitskompositionen einzustufen sind, mindert ihren Rang nicht
im geringsten: Denn ohne behaupten zu wollen, Mozart habe immer "mit links"
komponiert, so ist es doch gerade die Natürlichkeit und Spontaneität
seiner Musik, die sie für ein Publikum mit unterschiedlichsten Hörerfahrungen
und Erwartung unmittelbar zugänglich macht.
Die jüngere Mozartforschung hat im Falle der B-Dur-Klaviersonate KV 333
die lange gehegte Theorie, die Komposition sei während Mozarts Pariser
Aufenthalt im Sommer des Jahres 1778 entstanden, um fünf Jahre korrigiert:
Stilistische Vergleiche mit anderen Werken und eine Papieranalysen des Manuskripts
legen heute eine Datierung auf Ende des Jahres 1783 nahe.
Mark Schulze Steinen
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