Sinfonie C-Dur KV 551
Jupiter-Sinfonie
Nicht nur das Bild des Menschen Mozart ist lückenhaft.
Geradezu symptomatisch zu nennen ist die Tatsache, dass gerade zu einem seiner
bekanntesten Werke einige wichtige Informationen fehlen.
Es ist weder bekannt, aus welchem besonderen Anlass Mozart seine "Jupiter-Sinfonie"
komponiert hat, noch wann ihre erste Aufführung stattgefunden hat. Das
romantisierende 19. Jahrhundert wartete natürlich sogleich mit der Theorie
auf, die letzten drei Sinfonien aus der Feder des Meisters (die Sinfonie in
Es-Dur KV 543, die berühmte g-Moll-Sinfonie KV 550 und eben die "Jupiter-Sinfonie")
seien niemals zu Mozarts Lebzeiten aufgeführt worden - eine These, die
sich zwar bislang nicht widerlegen lässt, dennoch kaum wahrscheinlich scheint.
Auch der Ursprung des Beinamens "Jupiter-Sinfonie" ist nicht restlos
geklärt. In den Tagebüchern des Verlegers Vincent Novello und seiner
Frau Mary, die im Jahre 1829 Constanze Mozart in Salzburg besuchten, steht unter
dem 7. August (1829) folgende Eintragung: Mozart's son said he considered the
Finale to his father's sinfonie in C - which Salomon christened the Jupiter
- to be the highest triumph of Instrumental Composition, and I agree with him.
Demnach wäre also Johann Peter Salomon, der Initiator der englischen Reisen
Haydns, für den nun unlösbar mit der Sinfonie KV 551 verbundenen Namen
verantwortlich. Doch in einem Arrangement von Haydns Sinfonie G.A. Nr.90 ist
selbiges Werk ebenfalls als "Jupiter Sinfonia" bezeichnet. Die dazu
gehörende Fußnote lautet: So named by Salomon for whose Benefit it
was performed. Dass Salomon beiden Werken den Beinamen "Jupiter" gegeben
hätte, ist äußerst unglaubwürdig. Wer irrt also? Mozart
bleibt ein Rätsel.
Ulrich Lenz
Zeichen 1690
Zu diesem Werk ist auch ein Text von Mark Schulze Steinen lieferbar