Wolfgang Amadeus Mozart
(1756-1791)

Sinfonie C-Dur KV 551
"Jupiter-Sinfonie"


Über die "Jupiter"-Sinfonie sind Berge schöngeistiger Abhandlungen und musiktheoretischer Analysen geschrieben worden. Es umgibt sie die Aura der "letzten Sinfonie aus des Meisters Hand", das Rätsel des Anlasses ihrer Entstehung und ersten Aufführung ist ungelüftet, ihre Titulierung als "Jupiter"-Sinfonie suggeriert olympische Größe und Gipfelpunkt, stammt aber nicht vom Komponisten. Mozart wäre es nie eingefallen, ein Werk von sich aus auf die Stufe des ranghöchsten Gottes der römischen Mythologie zu erheben - der werbewirksame Titel wurde wahrscheinlich vom englischen Konzertunternehmer Johann Peter Salomon unters Volk gebracht. Mozart trug das Werk am 10. August 1788 in das "Verzeichnüß aller meiner Werke" schlicht als "eine Sinfonie" ein. Sie gehört mit der Es-Dur (abgeschlossen am 26. Juni) und g-Moll- Sinfonie (abgeschlossen am 25. Juli) zu der sog. Trias der letzten Sinfonien, geschrieben im Sommer 1788. Da war er 32 Jahre alt. Und der gesellschaftliche, finanzielle und künstlerische Abstieg zeichnete sich ab - künstlerischer Abstieg in dem Sinne, als das öffentliche Interesse an ihm und seinen Kompositionen nachließ. Der zunehmenden Zerrüttung seiner Lebensverhältnisse begegnete er indessen mit jener für uns unbegreiflich ungebrochenen kreativen Kraft, die eine Sinfonie hervorbringt, von der man bis heute sagt, sie habe in höchster Könnerschaft alle Entwicklungen der sinfonischen Gattung zusammengefasst und anspruchsvolle Maßstäbe für die kommenden Generationen gesetzt.

Christine Mitlehner
Zeichen 11989

Zu diesem Werk ist auch ein Text von Mark Schulze Steinen lieferbar. Informationen zu musiktext.de