Wolfgang Amadeus Mozart
(1756-1791)

Streichquartett Nr. 20 D-Dur KV 499

Hoffmeister-Quartett


In seiner Wiener Zeit widmete sich Mozart neben der Oper, die stets im Mittelpunkt seiner künstlerischen Ambitionen stand, vor allem zwei musikalischen Gattungen: dem Konzert und dem Streichquartett. In den Jahren 1782-84 schrieb der Komponist nicht weniger als 14 Klavierkonzerte, die grösstenteils für den eigenen Gebrauch bestimmt waren und Mozart Gelegenheit boten, seine Spielfertigkeit in "Concerten, welche schwitzen machen" unter Beweis zu stellen, teilweise aber auch talentierten Schülern wie der jungen Pianistin Barbara Ployel den Schritt auf das Konzertpodium ermöglichten. In den gleichen Zeitraum fallen die sechs Joseph Haydn gewidmeten Streichquartette, die Mozart 1785 in der für die Zeit typischen Form als seine "Opera X" veröffentlichte. (Im 18. Jahrhundert wurden Sonaten und Quartette in Sammlungen von meist sechs Werken unter einer Opuszahl herausgegeben.) Nach den in der Tradition des Divertimentos stehenden Streichquartetten der Salzburger Zeit stellen diese Kompositionen die erste Auseinandersetzung Mozarts mit der Gattung seit fast zehn Jahren dar. Die kunstvolle und "gelehrte" Satztechnik der Quartette, an denen Mozart so viel "gefeilt" hat wie an kaum einem anderen Werk, ist eine deutliche Replik auf die 1782 als Opus 33 erschienenen sechs Streichquartette Haydns und ihre "ganz neue besondere Art" der Komposition: Trotz aller Unterschiede im satztechnischen Detail zeigt Mozart hier, dass er die von Haydn in seinen Quartetten op. 33 wenn nicht "erdachten" so doch zum ersten Mal konsequent ausgeführten, alle Stimmen des Satzes durchdringende motivisch-thematischen Arbeit beherrscht. Dienten die Klavierkonzerte Mozart dazu, als Virtuose auf sich aufmerksam, so waren die Streichquartette gewissermassen das Meisterstück, mit dem Mozart sein kompositorisches Handwerk unter Beweis stellte.

Mark Schulze Steinen
Zeichen 4487
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Zu diesem Werk ist auch ein Text von Christine Mitlehner lieferbar