Wolfgang Amadeus Mozart
(1756-1791)
Streichquartett C-Dur, KV 465
Dissonanzenquartett
Bei dem Begriff "Dissonanz" beschleicht uns ein gefühlsmäßiges
Unbehagen. Das Wort wird wertend übersetzt mit Mißklang, Unstimmigkeit,
Reibung oder Rauhigkeit. Zum Beispiel kann eine harmonische Runde von Menschen
im Gleichklang des Denkens und Fühlens durch einen dissonanten Ton empfindlich
gestört werden; etwas Fremdes, nicht "Dazugehörendes" destabilisiert
das sich gerade noch geschlossen wähnende Ganze. Spannungen treten auf, die
nach Lösung und Entspannung verlangen.
Das Dissonantenquartett verdankt seinen Namen vor allem der langsamen Introduktion
des 1. Satzes. Haydn soll bei einem Streit über die Einleitung des Quartetts
gesagt haben, da Mozart sie so geschrieben, werde er auch seine Gründe dazu
gehabt haben, berichtet der Biograph Otto Jahn. Das hielt andere nicht davon ab,
in den Notentext einzugreifen, um die Härten zu mildern oder "Druckfehler"
auszubessern. Das Gehör "befände sich nicht behaglich"; überhaupt
seien die neuen Quartette insgesamt "zu stark gewürzt".
Christine Mitlehner
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