Nikolai Mjaskowski
(1881-1950)
Sonate für Violoncello und Klavier a-Moll
op. 81 Nr.2 (1948/49)
Revolution, Resolutionen und Reglementierungen,
Ideologien und Idiotien: in deren konfliktgeladenen Spannungsfeldern befanden
sich russische Komponisten wie Schostakowitsch, Mjaskowski oder Prokofjew: keiner
kam ungeschoren davon.
Im Februar1948 wurden alle drei namentlich und öffentlich vom Zentralkomitee
der KPdSU des "Formalismus" und "volksfremder Tendenzen" angeklagt.
Mjaskowski hüllte sich in eisernes Schweigen. Der nach innen gekehrte und
melancholische Komponist und Kritiker hatte 1923 die "Assoziation für
Zeitgenössische Musik"gegründet, die mit der ebenfalls neu gegründeten
westlichen "Internationalen Gesellschaft für Neue Musik" zusammenarbeitete.
Auf deren Musikfestivals wurde Mjaskowski 1926 in Zürich vorgestellt. In
den dreißger Jahren suchte Mjaskowski einen "objektiven" Stil
und den musikalischen Kontakt mit dem breiten Publikum. Am Ende seines Lebens
war er, Berichten zufolge tief verbittert, enthielt sich aber jeder offiziellen
Stellungnahme.
Christine Mitlehner
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