Felix Mendelssohn Bartholdy
(1809-1847)

Trio für Violine, Violoncello und Klavier Nr. 1 d-Moll op. 49


"Mendelssohn ist der Mozart des neunzehnten Jahrhunderts, der hellste Musiker, der die Widersprüche der Zeit am klarsten durchschaut und zuerst versöhnt", schrieb Robert Schumann, nachdem er das erste Klaviertrio in d-moll von Felix Mendelssohn Bartholdy kennengelernt und zum "Meistertrio der Gegenwart" ernannt hatte. An Widersprüchen war die Zeit reich: Der 1827 verstorbene Beethoven hatte mit seinem Spätwerk die Tür zu einer neuen musikalischen Epoche aufgestoßen, einer vergangenen war man sich durch die wesentlich von Mendelssohn vorangetriebene Wiederentdeckung der Musik Bachs eben erst bewusst geworden. Das rasant anwachsende bürgerliche Musikleben schuf neue Rahmenbedingungen für die musikalische Produktion und führte gleichzeitig zu der fragwürdigen, aber bis heute gebräuchlichen Unterscheidung in E- und U-Musik. Dass schließlich besonders in Deutschland eine von verschiedenen Seiten geforderte Anbindung der Musik an die Literatur ihren Niederschlag ausgerechnet in der Instrumentalmusik fand, ist ein Widerspruch, mit dem sich sowohl Mendelssohn als auch Schumann nachhaltig auseinandersetzten.
Und das "Meistertrio", das laut Schumann die Gegensätzee der Zeit vereint haben soll? Mendelssohn komponierte es im Juli 1839, unterzog es zwei Monate später aber einer gründlichen Überarbeitung.

Mark Schulze Steinen
Zeichen 3771

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Zu diesem Werk ist auch ein Text von Christine Mitlehner lieferbar