Gustav Mahler
(1860-1911)

Sinfonie Nr. 9 D-Dur


Am Ende des letzten Satzes, wenn sich nur die Streicher in zwei-, drei- und vierfachem piano zu einem auskomponierten ritardando finden, wird man spüren, daß Musik erklang um zu scheiden. In Des-Dur steht der Schlußakkord, der schwebend und licht durch seine Terzlage wirkt: Eine Wolke verfließt in das Blau des Himmels Raumes, so drückt es Bruno Walter aus, mit der "Wehmut des Nimmermehr", wie es Diether de la Motte empfindet. Doch Mahlers Musik weiß um ein Lichtchen, welches wird leuchten mir. Nicht von ungefähr erinnert Mahler in diesem letzten Satz der Neunten an die Melodie des Urlichts, bevor er unter den Schlußakkord "ersterbend" setzt.

Christine Mitlehner
Zeichen 7258

Zu diesem Werk ist auch ein Text von Tilman Schlömp erhältlich. HOME